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  1. #1
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    Ultra, Hool oder doch lieber Eventie? - die Fanszene im Fußball und ihre Entwicklung

    Wer vor 50 Jahren ins Fußballstadion ging stand auf Beton beim Zuschauen und bekam in der Halbzeitpause eventuell ne Bratwurst und ein Bier, oder musste sich sogar seine Verpflegung selbst mitbringen. Wer heute ein Spiel der Bundesliga und anderen Ligen besucht, kann mit dem Auto direkt vor das Stadion gefahren werden, fährt dann mit dem Lift in seine Lounge. Und schaut dort das Spiel bei Kaviar und Champagner auf der Großbildleinwand.

    Dieses Beispiel ist vielleicht etwas überspitzt. Aber die Entwicklung der Stadien zeigt auch die Entwicklung unter den Fans. Am Anfang gab es nur Stehplätze. Irgendwann kamen dann auch noch Sitzplätze hinzu. Und heute gibt es die komplette Palette von Stehplätzen ohne Komfort bis hin zur luxuriösen VIP-Lounge. Und genau so vielseitig ist auch die Fanszene. Es gibt die breite Palette vom Fußballverrückten Ultra, über gewaltbereite Hooligans bis hin zu konsumorientierten Stadionbesucher, die anstatt ins Kino oder ins Theater halt mal ins Fußballstadion gehen.

    Auslaufmodell Hooligans
    Das Phänomen Hooligans stammt ist in den Siebziger Jahren von der Insel nach Europa geschwappt. Angeblich stammt der Begriff von der irischen Familie O’Hoolihan, die sich besonders gerne geprügelt haben, wie man es Iren eh gerne nachsagt.

    Das besondere an der Szene war, dass die verschiedensten Bevölkerungsschichten sich nach dem Fußballspiel zur Schlägerei traf. Unter den Hools waren Akademiker, Ärzte, Unternehmer, Studenten, Arbeiter, Arbeitslose und normale Familienväter. Bomberjacken und Tätowierungen gehörten zwar dazu, jedoch trugen auch viele in ihrem normalen Leben einen Anzug.

    Es ging damals einfach hauptsächlich darum, das Fußballspiel mit den Fäusten nach 90 Minuten fortzusetzen. Dies zeigt auch, dass es wo etwas wie einen Kodex gab. So wurde zum Beispiel sobald jemand zu Boden ging nicht mehr auf ihn eingeschlagen. Und es wurde auch versucht so wenig „Nichthools“ wie möglich mit einzubinden. Ja oftmals fanden die Schlägereien abgelegen auf einer Wiese statt, wozu man sich vorher noch freundlich verabredet hatte.

    Doch die Situation eskalierte in den Achtzigern und Neunzigern. Viele Schlägereien verlagerten sich in die Stadien und so kam es auch zu toten und verletzten. Die Fußballvereine mussten etwas dagegen unternehmen und gemeinsam mit Polizei und Fanbeauftragten gelang es eigentlich die Hooliganszene zurückzudrängen.

    Ein grossteil der ehemaligen Hools sitzt vermutlich heute noch als friedlicher Familienvater mit seinen Kindern im Stadion und feuert seine Mannschaft an. Ein anderer Teil hat sich der so genannten Ultraszene angeschlossen, die heute als die aktivsten aber auch gefürchtetsten Fans gelten.

    Die Ultras – Alles für den Verein
    So wie die Hools aus England, stammen die Ultras aus der italienischen Fanszene und tauchten in den Neunziger Jahren im Deutschen Fußball erstmalig auf. Heute haben fast alle Vereine eine „Ultraszene“, die sich zwar selbst organisiert jedoch oftmals auf ihre Unabhängigkeit von den Vereinen besteht.

    Der typische Ultra stammt heute aus der Mittelschicht, ist unpolitisch und hauptsächlich unter 30. Ihm geht es weder um Schlägereien wie bei den Hooligens, noch um einen unterhaltsamen Nachmittag im Stadion. Der Ultra ist der Elite-Anhänger der Clubs. Ihm geht es um den Verein und den Sport an sich. Egal wo es hingeht und wie lang die Reise dauert, der Ultra fliegt selbst bis Sibirien zum Auswärtsspiel und macht dort wenn es nötig ist mit nacktem Oberkörper Stimmung.

    Dem Verein und dem Sport wird alles untergeordnet. Unter der Woche werden Fahnen, Plakate und Transparente gebastelt, Gesänge und Choreografien einstudiert oder sonstige Aktionen vorbereitet. Aber wenn es sein muss wird auch mal das Trainingsgelände gestürmt oder der Verein mit Protestaktionen belagert. Der Ultra verlangt nämlich von den Spielern und Verantwortlichen die gleiche Hingabe und Begeisterung für den Sport und den Verein, wie er sie aufbringt. Passiert dies nicht, ist die Szene auch bereit mit Aktionen dagegen zu protestieren. Da wird dann schon mal der Spielerbus am wegfahren gehindert, neunzig Minuten geschwiegen oder einfach lautstark mit Transparenten gegen einzelne Personen geschossen.

    Auch wenn die Ultras nicht direkt in den Vereinen integriert sind, spielen sie eine große Rolle. Sie gelten als Stimmungsmacher – sowohl in die positive als auch in die negative Richtung. So wurden schon mehrere Trainer nach Aktionen der Ultras gefeuert, obwohl die Vereinsführung kurz davor noch eine Jobgarantie ausgesprochen hat. Markus Babbel beim VfB Stuttgart und Michael Oenning sind nur zwei Beispiele von Trainern, die nach dem Druck der Ultras entlassen wurden.

    Diese Macht lassen sie sich auch immer stärker mit Privilegien bezahlen. So dürfen in Deutschland die Ultras zum Beispiel schon vor den anderen Fans in die Stadien, dürfen eigene Fanartikel entwerfen oder kostenlos die Clubräume benutzen. In Italien dagegen haben sich bereits mafiöse Strukturen entwickelt. Ultras nehmen Einfluss auf den Ticketverkauf, steuern teilweise das Merchandising und im Notfall wird gerne auch mal ein Clubverantwortlicher erpresst, wenn es sein muss. In Deutschland ist diese Situation noch nicht so schlimm, es gibt jedoch bereits erste Anzeichen, dass auch uns so eine Entwicklung drohen könnte. Viele Vereine gehen daher bereits den Weg und binden die Fanszene in den Verein mit ein. So sind zum Beispiel im Aufsichtsrat des HSV bereits auch Vertreter aus dem Fanlager.

    Wenn Fußball zum Event wird
    Heutzutage entwickelt sich der Stadionbesuch immer mehr zu einem Event. Dies hat eine neue Art von Fußballfans hervorgebracht; die so genannten Eventies oder wie der Sportpsychologe die „Konsumorientierten“. Ihnen geht es nicht nur um das Spiel. Sie wollen vielmehr beim Stadionbesuch etwas erleben.

    Sie sind keine wirklich treuen Fans der Vereine. Und selbst wenn sie sich als Fan bezeichnen gehört der Stadionbesuch nicht zu ihren regelmäßigen Wochenendtätigkeiten. Auf Auswärtsspiele wird schon gar nicht mitgegangen und selbst wenn sie eine Dauerkarte besitzen, wird sind sie nicht bei jedem Heimspiel im Stadion.

    Diese Art der Fans sieht man vor allem wenn der Verein erfolgreich ist. Diese Fans sind der Anstieg an Zuschauern wenn ein Verein von der zweiten in die erste Liga aufsteigt oder mal in der Champions League spielt. Für sie ist auch das Drumherum entscheidend. Sie wollen nicht nur ein interessantes Spiel sehen, sie wollen einen gemütlichen Nachmittag oder Abend verbringen. Und dazu gehören ruhig auch mal ein gemütliches Essen im Stadion und eine spannende Show vorm Spiel.

    Die Fanszene ist vielseitig. Und vor allem auch im ständigen Wandel. Hooligans gibt es heute kaum noch, auch wenn ein Teil der Ultraszene immer gewaltbereiter wird. Die Vereine haben diese Vielseitigkeit und die Bedeutung der Fans erkannt und stecken daher heute sehr viel Geld in die Fanbetreuung – seien es nun Ultras, Eventies oder millionenschwere Logenbesitzer.

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von Morlock
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    Ich find solche Unterteilungen irre beschissen. Früher ging man einfach ins Stadion, ein paar haben gesungen, ein paar einzelne haben sich geklopft und der Rest, der noch Ahnung von Fussball hatte, hat gemütlich mit Bier und Werscht das Spiel angeschaut. Die Idioten-Eventies werden immer mehr, das größte Ziel muss deshalb sein solche Leute aus den Stadien rauszubekommen, da stören mich die zweineinhalb Hools wesentlich weniger.
    “Es ist eine Ehre für diese Stadt, diesen Verein
    und die Bewohner Nürnbergs zu spielen.
    Möge all dies immer bewahrt werden
    und der großartige FC Nürnberg niemals untergehen.”
    (Heiner Stuhlfauth)

  3. #3
    Moderator Avatar von Fabi
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    Man kanns denke ich nicht so einfach Verallgemeinern.
    Im Eingangspost werden schon nur die Extrempositionen beschrieben. Aber auch hier gibt es sicher fließenden Übergänge.
    In einem Punkt stimme ich allerdings zu: Die Event-Fans müssen weg! Solche Leute braucht keiner!

  4. #4
    Neuer Benutzer
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    Aber sind nicht gerade die es, die dem Verein wirklich Kohle bringen? Die nicht nur die paar Euro in die Eintrittskarte investieren, sondern auch noch zusätzliche Sachen kaufen bzw. richtig Geld für Logen usw. bezahlen?

  5. #5
    Administrator Avatar von Dexter
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    Nachgehakt von Alfred Draxler: Ultras sind eine Gefahr für den ganzen Fußball - Bundesliga - Bild.de

    Ich packs mal hier rein. Interessant finde ich wie derzeit die Ultras so im Fokus stehen. Die Dinge die in den letzten Tagen passiert sind, sind alle nicht vol Ultras ausgegangen. Trotzdem wird zb den Ultras Dresden das angehangen. Halt so lächerlich und für mich wird da derzeit ganz gezielt geballert. Man will die einfach weg haben und hat nur auf so eine Möglichkeit gewartet. Wer im Prinzip für die letzte Randale verantwortlich gewesen ist juckt keinen. Hauptsache die Öffentlichkeit hat die Täter. Es sind Ultras.

    Die Beschreibung in dem Kommentar zu Ultras finde ich auch lächerlich. Das passt wohl eher auf italienische Ultras, aber doch nicht auf deutsche.

  6. #6
    Moderator Avatar von Fabi
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    Bild halt...
    Da braucht man eigentlich gar nix mehr dazu zu sagen.
    Objektive Berichterstattung... NICHT!

  7. #7
    Administrator Avatar von Dexter
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    Ja klar. Nur die allgemeine Berichterstattung geht ja auch in die Richtung. Chaot = Ultra. Früher wares alles Hooligans, nun Ultras. Ich glaube man muss dem ganzen halt nur ein Namen geben. Klar sind Ultras nicht ohne. Nur die letzten Aktionen gehen gar nicht auf deren Konten.

  8. #8
    Moderator Avatar von Fabi
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    Das is ja das Schlimme.
    Das Nervige is halt, dass wir hier darüber diskutieren können wie wir wollen. Was wir ja auch schon das ein oder andere mal getan haben.
    Die ganzen Artikel die sich mit der Darstellung der anderen Seite beschäftigen werden von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen.

    Ich hab scho gar keine Lust mehr das jedes mal wieder neu auszubreiten.
    Kotzt mich eigentlich nur noch an.

    Werd dann heute Nachmittag wieder in den Stimmungsblock zu den ganzen "Chaoten" gehn...

  9. #9
    Administrator Avatar von Dexter
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    Ich finds nur so schlimm, bei solchen Dingen hat man ja eine AHnung. Nur wieviel steht in der Presse, was man glaubt wo man sich nicht auskennt. Bei uns gabs ja letzte Woche auch Ärger. Da wird dann ein Polizeibericht abgedruckt und der wird als Wahrheit verkauft. Daraus ziehen dann alle ihr Wissen und diskutieren drüber. Aber keiner war da. Keiner weiß was wirklich passiert ist und wie sich was entwickelt hat. Der Polizeibericht wird dann als Wahrheit hingenommen. Und wer sich was auskennt weiß ja wie in den Berichten so geschrieben wird bis es passt.

    Genauso nun bei der Trainerentlassung. Da schreibt bei uns einer im Forum, bestimmt wirds nun Matthäus oder Weidemann (saß aufd er Tribüne gegen SIegen). Was steht heute morgen in der Zeitung. Derzeit werden die ersten Trainer schon sehr heiß gehandelt. Ausichtsreichender Kandidat Uwe Weidemann. Der Name Matthäus fällt auch immer öfters um die Burg. Weißte das haben welche in einem Forum mit Smiles gepostet und nen Pressefuzzi bringt sowas in der Zeitung. Ich finds einfach nur noch ungeheuerlich wie die arbeiten. Dilletanten Journalismus und das beste alle springen drauf an. Im Forum sind se sich nu am zerfleichschen, wenn Lodda kommt dann kündige ich die Mitgliedschaft und bla. Ich finds so hart, wie die Leute alles glauben. Aber davon gibts genug Beispiele.

  10. #10
    Administrator Avatar von Dexter
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    Heute war ja anscheinend dieses komische Treffen undim Radio wird die ganze Zeit berichtet. So lächerlich. Da wird eine Panik gemacht, die Gewalt hat IN den Stadien zugenommen. Ich finds so albern was hier für ein bild wieder verbreitet wird. Was passiert denn wirklich in Stadien? Ziehen wir mal die Pyro ab, die KEINE Randale sind. Was bleibt dann unterm Strich noch stehen? Ich verstehs nicht, aber nu gibts ne Taskforce damit es sicherer wird. Mich regt dieses ganze Land nur noch auf. Die Medien pushen jeden Scheiss und immer und immer wieder müssen sich dann alle Leute äußern die keine Ahnung haben. Ist nicht nur beim Fussball so, sondern bei jedem Thema.

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