Der FC Bayern München befindet sich derzeit mitten in der Vorbereitung für die Rückrunde der aktuellen Saison. Nach dem mehrtägigen Trainingslager in Katar reiste die Mannschaft nun nach Indien und absolvierte ein Testspiel gegen die hiesige Nationalmannschaft. Die Partie wurde erfolgreich mit 4:0 gewonnen. Am Rande der Bayern-Reise meldete sich Manager Christian Nerlinger zu Wort. Im Interview mit „goal.com“ äußerte er sich zur aktuellen Situation im europäischen Fußball. Zudem sprach er über Transferplanungen und die sportlichen Ziele des Vereins.

Man sei sich der Tatsache bewusst, dass es zuletzt nach Welt- und Europameisterschaften immer zu Problemen kam, sagte Nerlinger gegenüber Bundesliga News von „goal.com“. Daher sei man gewillt, den Kader aufzubessern. Doch eine Einschränkung nannte er gleich: „Wir wollen kein Modell, wie Manchester City es hat. Wir wollen keine 22 Weltklasse-Spieler mit immer weiter wachsenden Gehaltskosten. Aber wir wollen auch Spieler mit Perspektive haben, die regelmäßig spielen können.“ Daher gehe es darum, die richtige Struktur im Team zu finden. Die hat er scheinbar gefunden: „Wir haben jetzt Langzeitverträge mit unseren Schlüsselspielern. Die Basis ist also geschaffen, aber wir müssen unseren Kader verbessern.“

Auch zur generellen Situation in Europa äußerte sich Nerlinger. Dabei scheint es, als würde er vor allem die Geduld bei den großen Vereinen vermissen: „Heutzutage gibt es im Fußball keine Geduld mehr. Es gibt nur schwarz und weiß und es wird einem Verein nicht gestattet, sich zu entwickeln und das ist natürlich ein Problem.“ Der FC Chelsea sei ein gutes Beispiel: „Wenn Abramowitsch 100 Millionen Euro im Jahr ausgibt, will er natürlich die Champions League, aber so etwas ist nicht berechenbar.“

Daher möchte Nerlinger bei den Bayern wieder mehr auf Kontinuität setzen, vor allem auf der Trainerposition. Auch dem Thema Financial Fair Play steht der 38-Jährige positiv gegenüber, man sei „in den letzten 30 bis 40 Jahren in eine Richtung gegangen.“ Die Bayern hätten sich laut Nerlinger im europäischen Fußball „wirklich gut positioniert“.

Auch sparte Nerlinger nicht an Lob für das große Vorbild FC Barcelona: „Barcelona ist ein Team mit Jahrhundert-Spielern. Xavi, Iniesta, Messi – das ist eine goldene Generation.“ Die Katalanen bilden diese Spieler selbst aus und entwickeln sie. Daher sei Barca in sportlicher Hinsicht das große Vorbild - wohl auch weil die Mannschaft seit jeher in so gut wie jeder Partie als Favorit in den Sportwetten online gehandelt wird. Wirtschaftlich orientiere man sich jedoch nicht an den Spaniern, denn da sehe es „anders aus, ganz anders.“